Über den Abgrund hinunter sehen erfordert Schwindelfreiheit

England, Deutschland und Holland, manchmal ringen die Gezeiten des Meeres dem Festland Raum ab. es entstehen manchmal beeindruckende Steilküsten. Dem Thema Abrasion zu entkommen ist unmöglich. Ähnlich der beeindruckenden Kanten verhält es sich mit Technologie. Allerdings - jedoch beinahe umgekehrt. Aus dem Pool an Wissen (=Meer) wird Tech-Material gefischt und zu einem mehr oder weniger haltbaren Überhang aufgebaut. Natürlich kommt es auch zu Unfällen.

Das bemerkenswerte daran ist das - rein technologisch gesehen - konnte die Menschheit Jahrtausende altes Wissen sammeln. Häufen und Weiterentwickeln. Klar Fundis sagen jetzt: Da war früher alles viel besser.

I was jetzt net! Ich persönlich bin mal beeindruckt von alldem was wir entdeckt haben, und wenn durch etwas neues immer besseres (aus unserer bescheidenen Sicht) ersetzt haben.

Beispiele für Dinge die wir noch immer tun:

  • Reiten
  • Ackerbau
  • Kolonialismus

Beispiele für Dinge die wir ersetzt haben:

  • Stein > Metall (Werkzeug)
  • Holz > Stein (Behausung)
  • Religion > Wissen

Dinge die wir hoffentlich noch breit ersetzen werden:

  • Fossile Energie > Sonne/Wind/Erd -Energie
  • Repräsentative Demokratie > Digital unterstützte Meinungs- und Willensbildung
  • zentrale Versorgung > dezentrale vernetze Versorgung

Was hat das nun mit mir zu tun...
An sich nichts. Ich baue Webapplikationen, Computerprogramme und auch Prozesse die daraus entstehen. Aber wenn ich das tue möchte ich an dieser Abrisskante arbeiten. Liebe halt die Gefahr.

Privat mache ich übrigens gerne mit Holz und Erde rum. Das Endgültige der Holzbearbeitung und der Kreislauf von Kompostieren und Pflanzen macht mir Spaß. Außerdem trainiere ich so meinen Winterspeck... weg;

Richtig viel!
Klar ist mir das nicht jede Technologie 100% positiv ist. Alles hat Vor und Nachteile. Und vieles hat man früher nicht entdeckt, beachtet oder absehen können. Skeptisch sollte man schon sein. Verharmlosung und Übertreibung sind meines Erachtens ein Ständiger Begleiter der Diskussionen darüber. Auch ein gewisser Hang zum Pragmatismus und total hektisches Hudeln gehen mir tierisch auf die Nerven. Eines weiß ich: Alles braucht seine Zeit. Daher bin ich in der IT gar nicht schlecht aufgehoben. Ein angenehmes Maas an Entwicklung gepaart mit einem Dekaden artigen Bedarf alte Dinge neu zu bauen.

Wer will schon Atomtechniker sein. 30, 40 und nochmal mehr Jahre in einem Kraftwerk sitzen dran arbeitend das da keine Bombe entsteht. Müsste er doch eigentlich an der Lösung seines Müllproblems arbeiten. Wozu er zeitlich und strukturell gar nicht kommt.